AFRO ASIATISCHES INSTITUT WIEN, Türkenstraße 3, 1090 Wien, Austria
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FACE TO FACE

EIN PROJEKT ZUR FÖRDERUNG VON INTEGRATION
DURCH BEGEGNUNG UND INTERKULTURELLEN DIALOG

 

Situationsbeschreibung  /  Problemstellung und Bedarfslage

 

Integration und Migration sind zentrale Themen der Sozial-, Wirtschafts,- Bildungs-, Gesundheits- und Arbeitsmarktpolitik. Wie auch der österreichische Integrationsfonds betont, sind Fragen von Integration und Migration in vielen Bereichen der österreichischen Gesellschaft als Querschnittsmaterie von besonderer Relevanz und finden so oft den Weg in die Medien. Kinder und Jugendliche, die in multikulturellen Klassen lernen, werden über Medien oder in ihrem Umfeld mit Vorurteilen konfrontiert, die sie schwer reflektieren können. Menschen werden im Berufsleben mit Fragen der Interkulturalität konfrontiert. Immer mehr alte Menschen sind auf professionelle Pflege angewiesen, ein Bereich, in dem besonders viele MigrantInnen tätig sind. Und auch MigrantInnen werden alt und brauchen Betreuung.

Diese kurz angeführten Themen zeigen, wie wichtig ein breiter Zugang zu Integration und Migration ist. Integration muss ein „auf einander zu“ sein, das beide Seiten der österreichischen Gesellschaft, einerseits die Menschen mit Migrationshintergrund, andererseits die „alteingesessenen“ ÖsterreicherInnen, fordert und fördert. Gesellschaftliches Engagement gerade von Menschen mit Migrationshintergrund ist notwendig, um Themen der Migration in der Mitte der österreichischen Gesellschaft ankommen zu lassen.
Im Projekt „Face to Face“ wird das „von einander wissen“ gefördert, Begegnung ermöglicht, und es werden Betroffene zu Beteiligten gemacht.

 


Projektinhalt

 

- Speziell aus- und weitergebildete IntegrationsexpertInnen des AAI-Wien, Studierende aus Drittstaaten mit Schwerpunkt „Entwicklungsländer“, besuchen Schulklassen, Jugendgruppen, Jugendzentren, Erwachsenen- und Senioreneinrichtungen und arbeiten mit Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und SeniorInnen zu Themen der Integration und des interkulturellen Dialogs.
Themen: Rassismusbekämpfung, Begegnung in Augenhöhe, Wissensvermittlung über Migrationsgründe, Wissensvermittlung über Kulturen und Gesellschaft der Herkunftsländer, Erleben fremder Kulturen als Bereicherung und nicht als Bedrohung.

- Kinder, Jugendliche, Erwachsenengruppen und SeniorInnen begegnen im Afro-Asiatischen Institut in Wien in den jeweiligen Gebetsstätten VertreterInnen der Weltreligionen Islam, Christentum und Hinduismus. Die BesucherInnen lernen die Religionen kennen, diskutieren mit VertreterInnen der Weltreligionen über ihre Sicht der Welt und der Religionen. Im Zentrum steht aber immer der gelebte Dialog im Haus, das Nebeneinander der Gebetsstätten in einem Stockwerk, das miteinander Feiern und das miteinander Leben lernen.
Schwerpunkt: Ein Dialog des Lebens, das „wie können wir gut und friedlich zusammenleben“ soll angeregt werden. Angst und Unsicherheit sollen durch Begegnung und Wissensvermittlung reduziert werden, wobei aber nicht theologische Themen sondern Fragen des Zusammenlebens im Mittelpunkt stehen wie Traditionen des Feierns oder die „dos and dont’s“ der jeweiligen Religionen.

 

 

Methodik / Angebot

 

Begegnung verändert. Sie verändert und bereichert Menschen, Situationen und Räume. Daher ist Begegnung das wesentlichste Element, wenn es darum geht, Vorurteile und Ängste zu reflektieren, Erlebnisse zu ermöglichen und von einander zu lernen.

AAI-Mobilaktionen: ExpertInnen des AAI begegnen Schulklassen, Jugendgruppen, Erwachsenenbildungseinrichtungen, SeniorInnentreffs, … und gestalten dort ein Begegnungsprogramm, z.B.
o Präsentation von Kultur und Lebensweise der Heimat im Vergleich zu Österreich
o Kochworkshop: Kochen in Benin, Kamerun, Vietnam, Uganda, Nepal, ..
o Kreativworkshops (Malen, Masken basteln, Tanz, …)
o Interaktive Workshops zu gesellschaftspolitischen Themen wie Rassismus, Altern in der Gesellschaft, Regeln des Zusammenlebens, dos and dont’s in den Gesellschaften, Geschlechterrollen, Genderfragen, Islamophobie, …
o Bei Schulklassen und Jugendgruppen werden Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund im Rahmen der Mobilaktion als MigrationsexpertInnen speziell angesprochen und miteinbezogen, um zu zeigen: „heute haben einmal die was zu sagen und einzubringen, heute sind die die g’scheiteren“

AAI-Hausaktionen: Schulklassen, Jugendgruppen, Erwachsenen- und, SeniorInnengruppen besuchen das AAI-Wien und begegnen in den Gebetsräumen des AAI-Wien (Hindutempel, Kapelle und Moschee) VertreterInnen der jeweiligen Religionen. Sie erhalten Grundinformationen zu den Religionen, erleben diese in den Gebetsräumen mit allen Sinnen (Musik, Räucherstäbchen, Kalligraphie, Bildersprache, …). Gemeinsam diskutieren die VertreterInnen der Religionen mit den BesucherInnen über Grenzen und Chancen des Dialogs, über aktuelle Fragen in Zusammenhang mit den Religionen (Islamophobie, Fragen der Mission, Traditionen, die religiös argumentiert werden, aber in der Religion keine Rechtfertigung haben – Zwangsheirat oder Genderfragen). Dieses Begegnungsangebot gilt für alle Generationen, wird aber generationen-spezifisch angepasst. So dürfen Kinder zum Beispiel im Tempel „hinduistisch heiraten“, hören Geschichten, die nach 1000 und einer Nacht klingen in der Moschee und erzählen in der Kapelle von ihren Familientraditionen, die oft christliche Wurzeln haben. Auch hier wird Wissen erlebnisorientiert und damit nachhaltig im Rahmen von Begegnung vermittelt.
 

 

Die ExpertInnen

 

Das AAI-Wien arbeitet seit seinem Bestehen in der Förderung von Studierenden aus Entwicklungsländern. Immer wieder gelang es, Studierende zu gewinnen, die als ReferentInnen für das AAI-Wien tätig wurden. Das nun vorliegende Projekt möchte diese ReferentInnentätigkeit auf eine strukturierte Basis stellen. Es werden ReferentInnen gesucht, die ihre Anliegen im Rahmen des Projektes des AAI-Wien präsentieren wollen.
Durch verstärkte Begleitung und Weiterbildung können die ExpertInnen besser und professioneller auf die Anliegen der Menschen in ihren Begegnungsaktionen eingehen und durch Angebote an die ExpertInnen besser in der österreichischen Gesellschaft ankommen und sich in der österreichischen Gesellschaft engagieren.