AFRO ASIATISCHES INSTITUT WIEN, Türkenstraße 3, 1090 Wien, Austria
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Frauen, die die Welt verändern – Frauen auf verschiedenen Wegen.

Ausstellung

ab Freitag, 13. Jänner, 19h, café afro, Türkenstraße 3, 1090 Wien
„Ich fotografiere, was ich sehe: den Alltag in Südafrika“
“I think that happiness is the most important thing and I wanted to show this in my work.”
Fotografien von Lindeka Qampi


 

Lindeka Qampi, Fotografin, Mutter und Alleinerzieherin von vier Kindern, wurde 1969 in Bolotwa in der südafrikanischen Provinz „Eastern Cape“ geboren. Das war während der Apartheid. Lindeka
lebt und arbeitet im Township Khayelitsha bei Kapstadt. Als Schulmädchen hat Lindeka in Khayelitsha noch „Smilies“ verkauft – so nennen die Bewohner der südafrikanischen Townships gekochte Schafsköpfe. Später, nach der Matura, als junge Frau und Mutter, ist sie von Tür zu Tür gegangen und hat billige Kleider verkauft. Deshalb kennt sie so viele Menschen in Khayelitsha, und die Menschen kennen und mögen sie. Immer noch wird sie gefragt, ob sie nicht doch noch Kleidung verkauft. Aber mittlerweile ist es das Fotografieren, das es ihr ermöglicht, ihre Kinder durchzubringen: Lusanda, die Älteste, ist 22, hat maturiert und macht jetzt eine IT-Ausbildung. Sohn Lwando ist 15 und geht wie seine jüngere Schwester Azola zur Schule. Abu, der Jüngste, ist 3 und wird tagsüber in der
Krippe betreut.
Wie ist Lindeka zum Fotografieren gekommen?
Irgendjemand hat ihr von „Iliso Labantu“ erzählt. Diese Organisation, gegründet vom britischen
Fotografen Alistair Berg und Sue Johnson aus den USA, lädt Township-Bewohnerinnen und Bewohner ein, ihre Lebenswelt zu dokumentieren. In Workshops werden grundlegende Kenntnisse des Fotografierens vermittelt. „Iliso Labantu“ heißt in der Sprache der Xhosa „Auge des Volkes“.
Vor fünf Jahren hat Lindeka damit begonnen, das Leben in den „Cape Flats“, den Townships um
Kapstadt, mit der Kamera einzufangen. Zuerst fotografiert sie ihre eigene Familie, geht dann –
ungeladen - zu Hochzeiten und zu Geburtstagsfeiern, fragt, ob sie Fotos machen darf. Das bringt
ein bisschen Geld, aber keine große Aufmerksamkeit in der Fotogruppe. Sie ist nahe daran, die
Kamera an den Nagel zu hängen. Bis sie eines Tages zufällig an einem Haus in Khayelitsha vorbeikommt, in dem eine Sangoma feierlich in ihre Aufgaben eingeweiht wird. Eine Sangoma ist eine
Naturheilerin. Lindeka fragt, ob sie fotografieren darf – sie darf – und die Ausdrucksstärke ihrer
Bilder überrascht und begeistert die Menschen bei Iliso Labantu.
Lindeka erhält erste Fotoaufträge. Im Vorfeld und während der Fußball-WM in Südafrika finden ihre
Bilder vermehrt Aufmerksamkeit, werden sogar in Italien und Deutschland gezeigt. Beim Afrika-Fest
in Würzburg 2010 war sie mit dabei – doch meistens reisen ihre Fotos ohne sie
„Ich fotografiere, was ich sehe. Den Alltag in Südafrika“, sagt Lindeka. Starke, Würde ausstrahlende
Menschen in starken Farben. “I think that happiness is the most important thing and I wanted to show this in my work.”
http://www.ilisolabantu.org/

http://www.aperture.org/aperture-203.html

Text:
Elisabeth Kube, die dankenswerterweise die Ausstellung vermittelt und zusammengestellt hat.
Ausstellung bis 7. März 1012
Kooperationsveranstaltung: café afro, AAI-Wien